Deine Seele ist nicht für Omnipräsenz gemacht

Kennst du dieses Gefühl, als wärst du überall und nirgendwo zugleich? Dein Kopf jongliert Nachrichten, Termine, To-Do-Listen und soziale Medien – und am Ende des Tages fühlst du dich trotzdem nicht angekommen. Unsere moderne Welt ist durchgetaktet, hochgradig vernetzt und optimiert, aber auch fragmentiert. Wir leben in ständiger Reizüberflutung und permanenter Selbstvermessung. Doch unser Geist ist nicht dafür gemacht, an hundert Orten zugleich zu sein, unser Nervensystem nicht darauf ausgelegt, unaufhörlich auf Empfang zu stehen. Unsere Seele braucht anderes: Tiefe, Kontinuität, Ruhe.

Die Illusion der Allgegenwart
Wir sind eingebettet in ein System, das Multitasking glorifiziert und Produktivität zur obersten Maxime erhebt. Theoretisch können wir alles: arbeiten, Kinder erziehen, uns selbst verwirklichen, Sport treiben, geistig wachsen, sozial engagiert sein und dabei immer gut aussehen. Praktisch jedoch bedeutet diese Omnipräsenz einen fatalen Verlust an innerer Verankerung. Wo bleibt der Raum für echte Präsenz, für ungeteilte Aufmerksamkeit, für Stille?

Wenn du dich permanent zerstreust, verlierst du den Kontakt zu dir selbst. Vielleicht merkst du es an innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen oder dem Gefühl, ständig auf dem Sprung zu sein. Dein Nervensystem ist im Daueralarm, dein Herz sehnt sich nach Stille.

Warum es heute schwerer ist als früher
Unsere Mütter standen vor anderen Herausforderungen, aber eines hatten sie nicht: die erdrückende Vergleichbarkeit und die ständige digitale Präsenz. Wir besetzen heute mehr Rollen als je zuvor und stehen dabei unter dem ständigen Blick der Öffentlichkeit – oder zumindest der sozialen Medien. Es ist nicht mehr genug, Mutter oder Berufstätige zu sein, man muss beides in perfekter Harmonie vereinen, ständig reflektiert und gleichzeitig leistungsfähig bleiben. Das erzeugt nicht nur eine neue Form von Stress, sondern stellt uns vor die Frage: Wo ist die Grenze zwischen Optimierung und Überforderung?

Das Dilemma der Perfektion
Der Drang zur Perfektion entspringt nicht nur gesellschaftlichen Erwartungen, sondern auch dem menschlichen Wunsch nach Kontrolle und Zugehörigkeit. In einer Welt, in der alles messbar erscheint, ist es verlockend, sich selbst ebenfalls einer permanenten Bewertung zu unterziehen. Doch dieser Anspruch ist eine Illusion. Weder das Leben noch wir selbst lassen sich in Kennzahlen und Ideale pressen.

Dabei ist der Wunsch nach beruflichem Erfolg oder Selbstverwirklichung keineswegs fehl am Platz. Doch wie viele Rollen lassen sich tatsächlich gleichzeitig auf höchstem Niveau ausfüllen? Wann führt Vielseitigkeit zur Bereicherung und wann zur Zerreißprobe? Vielleicht liegt die eigentliche Kunst nicht darin, alles perfekt zu machen, sondern darin, zu erkennen, wo es Raum für Imperfektion gibt.

Ein bewusster Umgang mit der eigenen Energie
Um diesem Teufelskreis zu entkommen, braucht es eine bewusste Entscheidung: Nicht in der Breite zu zerfließen, sondern in der Tiefe zu wachsen.

1. Priorisieren statt Multitasking: Nicht alles muss gleichzeitig erledigt werden. Ein klares Setzen von Prioritäten kann helfen, innere Klarheit zu gewinnen.
2. Gezielte Erholung: Ob Meditation, ein Spaziergang oder eine bewusste Pause – unser Geist braucht Momente der Ruhe, um sich zu regenerieren.
3. Digitale Balance: Die permanente Erreichbarkeit ist eine der Hauptquellen für Stress. Gezielte Offline-Zeiten können helfen, den eigenen Rhythmus wiederzufinden.
4. Qualität statt Quantität: Statt sich in endlosen To-Do-Listen zu verlieren, kann es wertvoll sein, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich Sinn stiftet.
5. Das weißt du alles – und trotzdem hat sich nichts verändert? Erkenntnisse sind ein Anfang, aber ohne Umsetzung bleiben sie Theorie. Also ändere deine Strategie: Wage einen kleinen, brandneuen Schritt und sieh, wohin er dich führt.

Meine Einladung an dich
Wenn du spürst, dass dein Geist und deine Seele nach einer Auszeit rufen, dann lade ich dich ein: Nimm dir Zeit für dich. Es gibt Orte, an denen du nicht funktionieren, sondern einfach sein darfst – z.B. bei mir in der Praxis oder auf der frauen.auszeit.com. 😉

Deine Seele ist nicht dafür gemacht, überall gleichzeitig zu sein, sondern um in der Tiefe zu ruhen. In dir.
In Gott. Im Jetzt.

Maria Maroge

 
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